Frühlings Ankunft

 

Grüner Schimmer spielet wieder

Drüben über Wies' und Feld.

Frohe Hoffnung senkt sich nieder

Auf die stumme trübe Welt.

Ja, nach langen Winterleiden

Kehrt der Frühling uns zurück,

Will die Welt in Freude kleiden,

Will uns bringen neues Glück.

Seht, ein Schmetterling als Bote

Zieht einher in Frühlingstracht,

Meldet uns, dass alles Tote

Nun zum Leben auferwacht.

Nur die Veilchen schüchtern wagen

Aufzuschau'n zum Sonnenschein;

Ist es doch, als ob sie fragen:

»Sollt' es denn schon Frühling sein?«

Seht, wie sich die Lerchen schwingen

In das blaue Himmelszelt!

Wie sie schwirren, wie sie singen

Über uns herab ins Feld!

Alles Leid entflieht auf Erden

Vor des Frühlings Freud' und Lust –

Nun, so soll's auch Frühling werden,

Frühling auch in unsrer Brust!

 

August Heinrich Hoffmann von Fallersleben (ca. 1827)

Liebe Schulgemeinschaft

 

Nach acht Monaten Schulbetrieb können wir heute unsere erste Schulpost herausgeben. Das freut uns ganz besonders. Als wir uns vor einem knappen Jahr entschieden haben, die Schule zu erhalten – zu retten – war uns noch gar nicht klar, ob es gelingen würde. Aber uns war klar, dass diese Pädagogik so wertvoll ist, dass wir es versuchen mussten! Auch hatten wir eine Vision, wie es gelingen kann, die Schule wieder zum Blühen zu bringen. Drei wichtige Pfeiler sind für uns von zentraler Bedeutung:

 

Das Kind steht im Mittelpunkt: Wir wollen eine Schule, in der die Bedürfnisse der Kinder zentral und richtungsweisend sind. Aus diesem Gedanken heraus ist das neue Logo entstanden:

 

 

 

In den ersten Jahren brauchen Kinder viel Geborgenheit und Wärme. Im unteren Teil des Logos ist das dargestellt mit der umhüllenden Form der Knospe. So bekommen die Kinder stabile Wurzeln, die ihnen die Möglichkeit geben, ihre Flügel zu entfalten. Dies wird im oberen Teil des Logos durch die Öffnung der Knospe dargestellt. Zwischen dem roten und gelben Teil hat das Kind genügend Raum, um seinen eigenen Weg zu gehen.

 

 

Die Schulgemeinschaft funktioniert zum Wohle des Kindes, wenn alle zusammenhalten. Zuallererst muss das Kollegium gut funktionieren und zusammenarbeiten. Erfahrungen aus der Vergangenheit haben uns gezeigt, wie wichtig dies ist. Auch die Eltern halten zusammen und tragen gemeinsam mit dem Kollegium zu einer stabilen Schulgemeinschaft bei, in der die Kinder wachsen und gedeihen können. 

 

Unsere Energie und unser Fokus richten wir auf diese Vision, auf die Schule, die wir uns vorstellen. Wir planen und freuen uns, als wäre alles schon da, damit höhere Kräfte uns helfen, dass es Wirklichkeit wird. Ohne die Vergangenheit zu vergessen, fokussieren wir uns auf unsere blühende Zukunft!

 

 

In diesem Sinne freuen wir uns, dass unsere Schule so gut gestartet hat und langsam aber stetig wächst. Ohne den Beitrag jedes Einzelnen wären wir nicht so weit gekommen und das erfüllt uns mit grosser Dankbarkeit! Wir danken dem Kollegium für die wertvolle Arbeit, die sie mit unseren Kindern vollbringen. Wir danken den Eltern für alle kleinen und grossen Beiträge – sei es zur Unterstützung des Unterrichts, Verschönerung des Geländes oder das Pflegen und Putzen der Schulhäuser.

 

Ein weiterer Schritt, der zur besseren Kommunikation führt, ist diese erste Ausgabe der Schulpost. Einmal im Quartal wird diese Schulpost per Email verschickt und auch auf der Website erscheinen.

 

Nun wünsche ich allen viel Freude beim Lesen dieser ersten Ausgabe!

 

Für den Vorstand,

 

Karen

Neuer Unterstufenlehrer

 

Mit Richard Gruno haben wir einen sehr erfahrenen und vielseitigen Lehrer gefunden, der im kommenden Schuljahr die erste bis dritte Klasse übernehmen wird. Auch von seinen musikalischen und handwerklichen Fähigkeiten kann unsere Schule sehr profitieren. Die Kinder kennen ihn schon seit einem Jahr und sehen ihn wöchentlich in der Schule und an Schulfesten. Hier stellt er sich gleich selber vor:

 

 

Liebe Kinder, liebe Eltern

Die meisten von euch kennen mich schon, weil ich ja seit unserem Schulstart letzten August schon der Werklehrer bin und jede Woche nach Wil in die Schule komme. Ich bin gerne in der Natur, wandere, fahre gern Fahrrad, bastle und werkle liebend gern und am liebsten mache ich Musik. Ich habe viele Musikinstrumente, die ich alle wenigstens ein bisschen beherrsche. Mein Hauptinstrument ist die Geige. Ich bin seit 26 Jahren Lehrer, die meiste Zeit davon Klassenlehrer, ein knappes Viertel der Zeit an der Rudolf Steiner Schule Winterthur. Ich hatte schon immer gern Unterstufe und habe diese Stufe, auch Mehrklassen, schon öfters unterrichtet. Ich freue mich sehr auf diese neue Herausforderung - am Elternabend der Unterstufe (Montag, 23. April um 19:30 Uhr, Einladung folgt) haben wir alle Gelegenheit, uns genauer zu "beschnuppern".

 

 

Richard Gruno

Einnahmen Zitrusfrüchteverkauf

 

Die Abrechnung der Südfrüchte- und Birnelaktion ist beendet - es haben eigentlich etwa gleich viel Leute etwa gleich viel Früchte bestellt wie letztes Jahr - nur ist der Ertrag erstaunlicherweise höher ausgefallen!!! Und das nur von zwei Fahrten mit insgesamt 175 Kisten Früchten - der Ertrag betrug dieses Jahr ganze 2700 Franken! Das Geld fliesst in das laufende Budget ein - herzlichen Dank allen, die dazu beigetragen haben.

Die Kindergartengruppe besteht aktuell aus sechs Kindergartenkindern und vier Spielgruppen-kindern.  Es ist eine kleine, fröhliche, kreative und lebendige Gruppe. Wir legen auf das „Miteinander“ grossen Wert. 

 

Jeden Morgen wird im Freispiel richtig tüchtig gebaut. Da werden unsere Spielideen gemeinsam umgesetzt. Die Erwachsenen beschäftigen sich in dieser Zeit mit Flickarbeiten, der Znünivorbereitung und am Püppchenbasteln für den Schulverkauf. Neben dem Freispiel dürfen die Kinder backen, malen, singen, Reigentänze machen und die grossen Kindergartenkinder (Zwerge) dürfen einen Kissenbezug oder ein Säckchen selbständig besticken und nähen. 

 

Für unseren Schulgarten haben wir gemeinsam mit der Unterstufe einige Samen vorgesät. Diese giessen wir täglich miteinander und staunen wie schnell alles sich dem Licht entgegenstreckt. Unsere Ostertöpfe haben wir auch schon fleissig  bemalt und gestaltet. Nun möchten wir in diese Kresse oder Schnittlauch säen. Jeden Freitag kommt die Unterstufe zu uns in die Gruppe und dann wird noch fleissiger gebaut und gearbeitet.

Am 16. März waren wir gemeinsam auf den Bauernhof von Herrn Zahner in Wuppenau. Dort haben wir eine grosse Tanne, die beim Sturm umgefallen ist verbrennen dürfen. Das war recht anstrengend und besonders heiss für alle. Herr Zahner erzählte einzelnen von uns, dass der Tannenrauch etwas Natürliches sei und dass früher die Frauen ihre Unterröcke mit dem Rauch reinigten. Auf jeden Fall gab es eine riesengrosse Rauchwolke, die sogar die Mittelstufenschüler, etwas weiter oberhalb des Geländes, sehen konnten.

Im Februar und März haben wir zwei Geburtstage feiern dürfen. Zwei Mädchen sind 6 Jahre alt geworden. Die anschliessenden Geburtstagsfeiern waren sehr schön. An dem einem Geburtstagsfest durften viele von uns Bowlen gehen und an dem anderen Geburtstagsfest wurden schöne Steckenpferde bemalt und anschliessend in der Arena auf den Bauernhof ausprobiert. Beide Nachmittage waren unvergesslich und die Steckenpferde werden jeden Tag zum Spielen und Reiten gebraucht - manchmal sogar mit ins Bett zum Schlafen genommen.

(A. Glass)

 

 

Alte Kulturen

Anfang März starteten wir die Alten-Kulturen-Epoche in der Mittelstufe. Gemeinsam haben wir gelernt, wie die unterschiedlichen Bevölkerungen (Römer, Kelten, Germanen) vor mehr als 2,000 Jahren in Europa gelebt haben, bzw. wie sie mit ihrem Glauben und ihren Bräuchen das Europa, in dem wir heute leben, prägten.

Wir können Bruchrechnen 

Ein wichtiger Entwicklungsschritt in der Mittelstufe ist der Übergang von der Wahrnehmung zum abstrakten Denkvermögen. Das ist das Ziel der  Bruchrechnenepoche. Und die praktischste Methode, dahin zu kommen, wäre also mit so vielen Bildern und Beispielen wie möglich zu arbeiten. An der Waldorfschule beginnt man traditionellerweise mit einem Zweig, der in zwei Teile, und danach in mehrere Teile (Brüche) geteilt wird. Da gehen wir den ganzen Weg vom Ganzen zum Bruch und dann zurück vom Bruch zum Ganzen - bis es nachhaltig "sitzt".

(I. Treves)

 

Reiten ist cool

Im Sportunterricht waren die Mittelstufe sowie die Unterstufe beim Reiten. Wir fuhren jeden Donnerstag zum Ponyhof vom Mirjam Rempfler ins Turbenthal. Nachdem die Kinder die Ponys geputzt und gesattelt hatten führten sie sie zum Wagen und wir konnten alle gemeinsam ausreiten. Die drei Ponys Rita, Carlo und Suri waren unsere treuen Begleiter auf unsern Wegen durch das Turbenthal. Das Pony Cäsar musste wegen einer Krankheit am Bein im Stall bleiben und wieherte oft wenn wir den Stall verließen. Jedoch freute sich Cäsar umso mehr, wenn ihn die Kinder als wir zurückkamen wieder streichelten und fütterten. Einmal hatte es so heftig geregnet, dass wir im Stall blieben und die Ponys mit einem Wellnesstag  inklusive Frisörbesuch überraschten. Auf unseren Ausritten begegneten wir vielen weiteren Tieren, wir konnten auch einen Fuchsbau beobachten und die frischen Spuren im Schnee deuteten darauf hin, dass sich der Fuchs auch darin befand. Wir trotzten jedem Wetter und drehten auch bei Schnee und Kälte unsere Runden. Wenn wir dann zurückkamen, gab es auch mal Orangenpunsch zum Aufwärmen und die Ponys wurden abgesattelt, geputzt und mit einem Leckerli belohnt.

Die Zwerglein sind so leise,

sie gehen auf die Reise.

Sie ziehen Zaubermützen an,

damit sie niemand sehen kann.

Man sieht sie nicht, man hört sie nicht,

sie zeigen selten ihr Gesicht.

 

Am 9. November haben Karen und Nicole mit der Spielgruppe Plauderzwergli auf dem Hof gestartet. Zu den Hofzwergli zählen sechs Kinder. Jeweils von 14.00 bis 17.00 erleben wir spannende Stunden mit den Tieren und in der Natur rund um den Hof.

Wir begeben uns, wenn Karen mit den Kindern von Wil auf dem Hof ankommt, zuerst gemeinsam in den Stall. 

 

Dort können die Kinder nach Herzenslust im Heu spielen, Kühe füttern, Kälbchen streicheln und in der Futterkiste graben. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt und so haben die Kinder schon Höhlen gegraben, Purzelbäume geschlagen, Verstecken gespielt, sie sind auf dem Heuhaufen Trampolin gesprungen und Vieles mehr. Nach einer Stunde sitzen wir gemeinsam auf Heuballen in einem Kreis und singen das Begrüssungslied. Plauderli der Hofzwerg hat jedes Mal Neuigkeiten zu erzählen für die Kinder. Beim Reigen wird gesungen, Sprüchlein mit Handgesten begleitet und Singspiele gemacht. Passend zum Frühling singen wir vom Schneeglöckchen und vom Häschen.

 

Wir verabschieden uns von den Kühen und Kälbern und begeben uns wieder zum oberen Stall, wo sich die Jungtiere, die trächtigen Kühe und der Hühnerstall befinden. Schon von weitem hören wir die Hühner gackern. Die Tiere haben sich schon so an die Kinder gewöhnt, dass sie bereits auf sie warten und sich freuen, wenn wir kommen. Die vielen Eier dürfen die Kinder in einen Korb mit Heu legen. Auf dem Feuer werden diese dann gekocht. 

Im oberen Teil der Scheune haben wir einen offenen Raum, wo die Kinder viele schöne Spielsachen vorfinden zum Spielen oder sie können auch in den Garten, wo sie eine Schaukel, eine Rutschbahn und einen Sandkasten haben. Im oberen Teil der Scheune ist auch der Stall mit den Meerschweinchen. Freudiges Pfeifen ist zu hören, sobald wir nur in die Nähe kommen, sie wissen, dass die Kinder ihnen Karotten geben. Im Garten warten die Hasen auch schon.

 

 

 

 

Auf dem Feuer bereiten wir einen Zvieri vor, bei dem die Kinder helfen dürfen. Nach dem Händewaschen essen wir gemeinsam in der Scheune. Mit dem Puppenspiel wird der eindrückliche Nachmittag abgerundet. Zufrieden und müde steigend die Kinder wieder ins Auto und fahren zurück nach Wil. 

(N. Beerli & K. Gruno)

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Schulpost Nr 1
Schulpost der RSS Wil_April 2018.pdf
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